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Altersvorsorgedepot 2027: Guide für Berufsstarter

Altersvorsorgedepot ab 2027: Wer förderberechtigt ist, wie du 200 € Berufseinsteiger-Bonus sicherst und bis zu 540 € Zulage jährlich mitnimmst.

Altersvorsorgedepot: Warum der 1. Januar 2027 für dich zählt

Die Riester-Rente bekommt einen Nachfolger, und diesmal steckt kein Versicherungsprodukt dahinter, sondern ein Wertpapierdepot. Das Altersvorsorgedepot ist beschlossene Sache: Der Bundestag hat die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge im März 2026 verabschiedet, der Bundesrat hat im Mai zugestimmt. Nutzen kannst du es ab dem 1. Januar 2027.

Für Studierende, Werkstudierende und Berufseinsteiger ist das relevanter als für fast jede andere Gruppe. Nicht, weil die Beträge riesig wären, sondern weil eine der Förderungen an dein Alter gekoppelt ist: Wer das Depot vor dem 25. Geburtstag eröffnet, bekommt einmalig 200 Euro extra. Diese Tür schließt sich, und sie öffnet sich nie wieder.

Dieser Artikel beantwortet die Fragen, die tatsächlich über deine Förderung entscheiden: Bist du überhaupt anspruchsberechtigt? Wie viel Geld bekommst du für welchen Eigenbeitrag? Und lohnt sich das Ganze gegenüber einem freien ETF-Sparplan, den du ohne jede Vorschrift besparen kannst?

1. Was das Altersvorsorgedepot ist – und was sich zu Riester ändert

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Depot für die Altersvorsorge. Du zahlst regelmäßig ein, der Staat legt Zulagen obendrauf, und das Geld wird in Aktien, Fonds und ETFs investiert. Ausgezahlt wird es im Rentenalter.

Der entscheidende Unterschied zur Riester-Rente: Die Beitragsgarantie fällt weg. Bei Riester musste der Anbieter garantieren, dass zu Rentenbeginn mindestens alle eingezahlten Beiträge und Zulagen vorhanden sind. Diese Garantie klingt beruhigend, kostet aber Rendite – der Anbieter muss den Großteil des Geldes sicher und damit ertragsarm anlegen. Genau das galt als Hauptgrund dafür, dass Riester bei jungen Sparern unbeliebt war.

Konkret: Ohne Garantiezwang kann dein Geld vollständig in den Kapitalmarkt fließen. Bei einer Ansparzeit von 40 Jahren ist das der wesentliche Hebel – die Schwankungen einzelner Jahre fallen über einen so langen Zeitraum weit weniger ins Gewicht als der Renditeunterschied.

Die Kehrseite gehört zur ehrlichen Betrachtung dazu: Eine Garantie gibt es nicht mehr. Wenn die Märkte kurz vor deinem Renteneintritt einbrechen, trägst du dieses Risiko selbst. Für jemanden mit 20 Jahren ist das gut verkraftbar, für jemanden mit 60 wäre es eine ernsthafte Überlegung wert.

2. Bist du förderberechtigt? Der Check für Studierende

Hier scheitern die meisten Ratgeber, weil sie pauschal von "allen Steuerzahlern" sprechen. Entscheidend ist etwas anderes: die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung. Wer dort Beiträge zahlt, ist förderberechtigt. Wer nicht, geht leer aus.

Für Studierende hat das eine unangenehme Konsequenz. Ein Studium allein macht dich nicht anspruchsberechtigt. Das reine Immatrikuliertsein erzeugt keine Rentenversicherungspflicht, also auch keinen Zulagenanspruch.

Konkret: Hast du einen Werkstudentenjob, zahlst du darauf Rentenversicherungsbeiträge – das sogenannte Werkstudentenprivileg befreit dich nur von Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, nicht von der Rentenversicherung. Damit bist du förderberechtigt. Das Gleiche gilt für einen Minijob, sofern du dich nicht von der Rentenversicherungspflicht hast befreien lassen. Genau diese Befreiung, die viele Minijobber routinemäßig unterschreiben, kann dich hier den Anspruch kosten.

Die Handlungsempfehlung ist deshalb unspektakulär, aber wirksam: Schau auf deine Lohnabrechnung. Steht dort ein Beitrag zur Rentenversicherung, bist du im Spiel. Wenn du einen Minijob hast und dich befreien lassen wolltest, rechne vorher nach, was du damit an Zulagen liegen lässt. Wie du deinen Nebenjob steuerlich am besten aufstellst, haben wir in unserem Leitfaden zur Steuererklärung für Studierende ausführlich beschrieben.

3. So funktioniert die Förderung: bis zu 540 Euro pro Jahr

Die Grundzulage ist zweistufig aufgebaut, und diese Struktur ist der Grund, warum kleine Beträge überproportional stark gefördert werden.

  • Stufe 1: Auf die ersten 360 Euro deines Eigenbeitrags gibt der Staat 50 Prozent dazu – also 180 Euro.
  • Stufe 2: Auf die weiteren 1.440 Euro gibt es 25 Prozent – also nochmal 360 Euro.

Zusammen ergibt das maximal 540 Euro Grundzulage pro Jahr, erreichbar bei 1.800 Euro Eigenbeitrag – das sind 150 Euro im Monat. Der Mindesteigenbeitrag, ab dem überhaupt gefördert wird, liegt bei 120 Euro im Jahr, also 10 Euro monatlich. Wer Kinder hat, kann zusätzlich Kinderzulagen von bis zu 300 Euro je Kind erhalten.

Viele Anbieter werben mit den 540 Euro. Für Berufseinsteiger ist diese Zahl allerdings wenig aussagekräftig, weil kaum jemand am Studienende 150 Euro im Monat erübrigt. Interessanter ist die erste Stufe – dort ist die Förderquote mit 50 Prozent doppelt so hoch.

Beispielrechnung: Zahlst du 30 Euro im Monat ein, kommst du auf 360 Euro im Jahr und erhältst die volle erste Stufe: 180 Euro Zulage. Aus 360 Euro werden 540 Euro. Wer dagegen 150 Euro monatlich einzahlt, bekommt 540 Euro auf 1.800 Euro – prozentual deutlich weniger. Die Empfehlung für einen schmalen Geldbeutel lautet deshalb: Erst die 360-Euro-Stufe voll ausschöpfen, alles darüber in Ruhe abwägen.

4. Der Berufseinsteiger-Bonus: 200 Euro nur bis zum 25. Geburtstag

Wenn ein Punkt in diesem Artikel eine Frist hat, dann dieser. Wer sein Altersvorsorgedepot erstmals vor dem 25. Geburtstag eröffnet, erhält einmalig 200 Euro zusätzlich. Danach entfällt der Bonus dauerhaft.

Diese 200 Euro klingen nach wenig, verändern die Rechnung im ersten Jahr aber vollständig – gerade bei kleinen Beträgen, wo sie den größten relativen Effekt haben.

Beispielrechnung: Eine 22-jährige Werkstudentin zahlt 30 Euro monatlich ein, also 360 Euro im Jahr. Sie erhält 180 Euro Grundzulage plus 200 Euro Berufseinsteiger-Bonus. Das sind 380 Euro vom Staat auf 360 Euro eigenen Beitrag – im ersten Jahr bekommt sie also mehr zurück, als sie selbst eingezahlt hat. Eine vergleichbare Rendite bietet kein Anlageprodukt am freien Markt.

Daraus folgt eine sehr konkrete Handlungsempfehlung: Wenn du zwischen 24 und 25 bist, ist der Eröffnungszeitpunkt wichtiger als die Anbieterwahl. Wechseln kannst du später immer noch, den Bonus nachholen nicht. Wenn du dagegen erst 20 bist, hast du Zeit – nutze sie, um in Ruhe zu vergleichen, statt überstürzt abzuschließen.

5. Altersvorsorgedepot oder freier ETF-Sparplan?

Diese Frage stellt sich zu Recht, denn ein normaler ETF-Sparplan kostet dich nichts an Flexibilität und ist bei jedem Broker in wenigen Minuten eingerichtet.

Für das geförderte Depot spricht die Zulage. Eine Förderquote von 50 Prozent auf die ersten 360 Euro ist eine Rendite, die du am Markt nicht zuverlässig erwirtschaftest. Wer den Berufseinsteiger-Bonus mitnehmen kann, liegt im ersten Jahr uneinholbar vorn.

Für den freien Sparplan spricht die Verfügbarkeit. Das Geld im Altersvorsorgedepot ist bis zur Regelaltersgrenze gebunden – du kommst nicht heran, wenn du mit 30 eine Kaution, ein Auto oder eine Selbstständigkeit finanzieren willst. Außerdem gilt in der Auszahlungsphase die nachgelagerte Besteuerung: Die Erträge bleiben in der Ansparphase steuerfrei, dafür wird die spätere Rente versteuert.

Konkret: Für die meisten Berufseinsteiger ist die Antwort kein Entweder-oder. Eine pragmatische Aufteilung: den geförderten Teil bis zur 360-Euro-Grenze ausschöpfen, weil dort die Förderquote am höchsten ist – und alles, was du darüber hinaus sparen kannst und möglicherweise vor der Rente brauchst, in einen freien, jederzeit verfügbaren Sparplan legen. Wie du dafür überhaupt eine Sparquote freilegst, zeigt unser Artikel zur Finanzplanung mit kleinem Budget.

6. Was mit deinem bestehenden Riester-Vertrag passiert

Falls dir deine Eltern früh einen Riester-Vertrag eingerichtet haben oder du selbst einen abgeschlossen hast: Er bleibt gültig. Die Reform sieht Bestandsschutz vor, du kannst den Vertrag nach den bisherigen Förderregeln unverändert weiterführen.

Zusätzlich ist ein freiwilliger Wechsel in das neue Fördersystem vorgesehen. Ob sich der lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten – es hängt davon ab, wie lange dein Vertrag schon läuft, welche Kosten in ihm stecken und wie viel Zeit dir bis zur Rente bleibt.

Konkret: Als grobe Orientierung gilt: Je jünger du bist und je mehr Jahre bis zum Renteneintritt vor dir liegen, desto stärker wiegt der Renditevorteil eines garantiefreien Depots gegenüber der Sicherheit des Altvertrags. Wer dagegen nur noch zehn Jahre bis zur Rente hat, sollte die Garantie nicht leichtfertig aufgeben.

Die Handlungsempfehlung: Hol dir vor einem Wechsel die aktuelle Standmitteilung deines Riester-Vertrags und schau auf die ausgewiesenen Kosten. Ein Wechsel ist eine Einzelfallentscheidung und nichts, was man nebenbei online erledigt.

7. Nicht verwechseln: Altersvorsorgedepot und Frühstart-Rente

In Nachrichten und Suchergebnissen tauchen beide Begriffe oft nebeneinander auf, teils sogar synonym. Das sind aber zwei verschiedene Vorhaben mit völlig unterschiedlichen Zielgruppen.

Das Altersvorsorgedepot richtet sich an Erwachsene, ersetzt die Riester-Förderung und ist bereits beschlossenes Recht. Die Frühstart-Rente betrifft Kinder zwischen 6 und 18 Jahren, für die der Staat 10 Euro monatlich in ein Depot einzahlen will. Sie befindet sich noch im Gesetzgebungsverfahren und ist damit anders als das Altersvorsorgedepot noch nicht in trockenen Tüchern.

Konkret: Für dich als Studierende oder Berufseinsteigerin ist die Frühstart-Rente irrelevant – du bist zu alt dafür. Relevant wird sie höchstens, wenn du jüngere Geschwister hast oder selbst Kinder. Wenn du also Artikel liest, in denen es um 10 Euro monatlich vom Staat geht, ist das nicht dein Thema.

8. Deine Checkliste bis zum Start am 1. Januar 2027

Abschließen kannst du vor 2027 nichts – die Produkte gibt es schlicht noch nicht. Vorbereiten lässt sich trotzdem einiges, und wer das jetzt erledigt, verliert im Januar keine Zeit.

  • Förderberechtigung klären: Prüfe auf deiner Lohnabrechnung, ob du Rentenversicherungsbeiträge zahlst. Ohne sie keine Zulage.
  • Alter prüfen: Wirst du vor 2027 oder kurz danach 25? Dann ist der Eröffnungszeitpunkt deine wichtigste Stellschraube.
  • Eigenbeitrag festlegen: Rechne aus, ob du die 360-Euro-Stufe (30 Euro monatlich) stemmen kannst. Das ist der Bereich mit der höchsten Förderquote.
  • Riester-Bestand sichten: Falls vorhanden, Standmitteilung heraussuchen und Kosten prüfen.
  • Anbieter beobachten: Für das Depot ist eine Kostenobergrenze vorgesehen. Vergleiche trotzdem, sobald die ersten Produkte angekündigt werden.

Wenn du dabei merkst, dass dir die Grundlagen fehlen – etwa wie sich das Depot in gesetzliche Rente und betriebliche Altersvorsorge einfügt – lies zuerst unseren Überblick zur Altersvorsorge für Berufseinsteiger. Er ordnet die drei Säulen ein, in die sich das Altersvorsorgedepot einsortiert.

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Ein Artikel kann dir die Regeln erklären, aber nicht deine persönliche Rechnung aufmachen. Genau dafür gibt es bei ELEVEL regelmäßig kostenfreie Live-Webinare zum Altersvorsorgedepot, in denen ein Experte den Förder-Check anhand echter Fälle durchgeht und deine Fragen direkt beantwortet.

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Eine Übersicht aller anstehenden Termine findest du in unseren kostenlosen Webinaren.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist der staatlich geförderte Nachfolger der Riester-Rente. Statt einer Beitragsgarantie wird direkt in Aktien, Fonds und ETFs angelegt. Das Gesetz ist seit Mai 2026 in Kraft, nutzbar sind die Produkte ab dem 1. Januar 2027.

Bin ich als Student förderberechtigt?

Entscheidend ist nicht der Studierendenstatus, sondern die Rentenversicherungspflicht. Mit einem Werkstudentenjob oder einem Minijob mit eigenem Rentenversicherungsbeitrag bist du förderberechtigt. Ohne rentenversicherungspflichtige Beschäftigung besteht kein Zulagenanspruch.

Wie hoch ist die Förderung beim Altersvorsorgedepot?

Der Staat gibt 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag (180 Euro) und 25 Prozent auf die weiteren 1.440 Euro (360 Euro). Maximal sind das 540 Euro Grundzulage pro Jahr bei 1.800 Euro Eigenbeitrag. Der Mindesteigenbeitrag liegt bei 120 Euro jährlich.

Was ist der Berufseinsteiger-Bonus von 200 Euro?

Wer sein Depot erstmals vor dem 25. Geburtstag eröffnet, bekommt einmalig 200 Euro zusätzlich. Beispiel: Bei 30 Euro monatlich kommen 180 Euro Zulage plus 200 Euro Bonus zusammen – also 380 Euro vom Staat auf 360 Euro Eigenbeitrag im ersten Jahr. Nach dem 25. Geburtstag entfällt der Bonus endgültig.

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot gegenüber einem ETF-Sparplan?

Im geförderten Bereich ja, denn 50 Prozent Zulage schlägt jede Marktrendite. Dafür ist das Geld bis zur Regelaltersgrenze gebunden. Sinnvoll ist meist eine Kombination: die 360-Euro-Stufe ausschöpfen und darüber hinaus frei verfügbar sparen. In den kostenlosen Finanz-Webinaren von ELEVEL rechnet ein Experte beide Varianten für deine Situation durch.

Was passiert mit meinem Riester-Vertrag?

Bestehende Riester-Verträge genießen Bestandsschutz und können nach den bisherigen Regeln weiterlaufen. Ein freiwilliger Wechsel ins neue Fördersystem ist möglich, lohnt sich aber nicht pauschal – je näher der Renteneintritt, desto schwerer wiegt der Verlust der Garantie.

Fazit: Zwei Zahlen entscheiden über deine Förderung

Beim Altersvorsorgedepot musst du dir nicht das gesamte Gesetz merken. Zwei Zahlen genügen: 360 Euro – bis dahin fördert der Staat mit 50 Prozent, das ist die effizienteste Stufe. Und 25 Jahre – bis zu diesem Geburtstag gibt es den einmaligen Bonus von 200 Euro.

Wer beides kennt und rechtzeitig handelt, holt in den ersten Jahren mehr aus der Förderung heraus als jemand mit dreifachem Sparbetrag, der zu spät startet. Bis zum 1. Januar 2027 hast du Zeit, deine Förderberechtigung zu klären und deinen Beitrag festzulegen – nutze sie.

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