ELEVELDeutsche Zitierweise Schritt für Schritt: Vollbeleg, Kurzbeleg und ebd., Beispiele für jeden Quellentyp und wie du Fußnoten in Word einfügst.

Kurz gesagt: Bei der deutschen Zitierweise steht die Quelle nicht im Fließtext, sondern in der Fußnote am Seitenende. Im Text bleibt nur eine hochgestellte Ziffer. Beim ersten Mal gibst du die Quelle vollständig an, danach reicht ein Kurzbeleg — und wenn dieselbe Quelle direkt noch einmal kommt, genügt „ebd."
Die deutsche Zitierweise — auch Chicago-Stil oder Fußnotenzitierweise genannt — verlagert den Quellennachweis ans Seitenende. Im Fließtext steht nur eine hochgestellte, fortlaufende Ziffer direkt hinter dem Zitat. Die dazugehörige Fußnote nennt Autor:in, Titel und Seitenzahl.
Der Vorteil: Der Lesefluss bleibt ungestört, und du hast in der Fußnote Platz für Anmerkungen, Definitionen oder Übersetzungen. Der Nachteil: Es ist mehr Tipparbeit als bei der Harvard-Zitierweise, bei der der Kurzbeleg direkt im Text steht.
Verbreitet ist die deutsche Zitierweise vor allem in den Geistes-, Geschichts- und Rechtswissenschaften. In Wirtschafts-, Sozial- und Naturwissenschaften dominiert dagegen Harvard oder APA.
Wichtig vorab: Die Details unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule, teils von Lehrstuhl zu Lehrstuhl. Ob ein Komma oder ein Doppelpunkt steht, ob der Vorname ausgeschrieben wird — das regelt das Merkblatt deines Instituts. Die Beispiele hier zeigen die gängigste Variante. Wenn dein Lehrstuhl etwas anderes vorgibt, gilt das Merkblatt.
Bevor du die Fußnote schreibst, musst du wissen, welche Art von Zitat du gerade setzt. Davon hängt ab, ob ein „Vgl." davorsteht.
Wörtliche Übernahme, in doppelte Anführungszeichen gesetzt. Die Fußnote steht ohne „Vgl.":
„Die Digitalisierung verändert die Hochschullehre grundlegend."¹
¹ Anna Berger, Lehren im digitalen Zeitalter, 2. Aufl., München 2024, S. 45.
Zwei Regeln für wörtliche Zitate:
Zitate ab etwa drei Zeilen werden meist eingerückt, in kleinerer Schrift und ohne Anführungszeichen gesetzt.
Du gibst einen fremden Gedanken in eigenen Worten wieder. Keine Anführungszeichen, aber die Fußnote beginnt mit „Vgl.":
² Vgl. Anna Berger, Lehren im digitalen Zeitalter, 2. Aufl., München 2024, S. 47–49.
Das „Vgl." ist kein Schmuck. Es signalisiert der prüfenden Person, dass du die Stelle sinngemäß und nicht wörtlich übernommen hast. Wer es weglässt, suggeriert ein wörtliches Zitat — und das ist bei einer Stichprobe schnell auffällig.
Das ist die Mechanik, an der die meisten Arbeiten scheitern — dabei ist sie simpel.
Beim ersten Mal nennst du die Quelle komplett:
¹ Anna Berger, Lehren im digitalen Zeitalter. Konzepte für die Hochschule, 2. Aufl., München 2024, S. 45.
Danach genügen Nachname, Kurztitel und Seite:
⁵ Berger, Lehren im digitalen Zeitalter, S. 112.
Kommt dieselbe Quelle unmittelbar in der nächsten Fußnote noch einmal, schreibst du „ebd." (ebenda):
⁶ Ebd.
⁷ Ebd., S. 118.
„Ebd." allein heißt: gleiche Quelle, gleiche Seite. Mit Seitenangabe: gleiche Quelle, andere Seite. Der häufigste Fehler ist, „ebd." zu verwenden, obwohl dazwischen eine andere Quelle stand — dann ist der Bezug kaputt und die Angabe wertlos.
Die ältere Abkürzung „a.a.O." (am angegebenen Ort) gilt vielerorts als überholt, weil sie bei mehreren Werken derselben Person mehrdeutig wird. Im Zweifel: Kurzbeleg statt a.a.O.
Jeder Quellentyp hat ein eigenes Muster. Diese Tabelle deckt die Fälle ab, die dir in einer Haus- oder Abschlussarbeit begegnen:
| Quellentyp | Vollbeleg in der Fußnote |
|---|---|
| Monografie (Buch) | Vorname Nachname, Titel. Untertitel, Auflage, Ort Jahr, S. 45. |
| Beitrag im Sammelband | Vorname Nachname, Beitragstitel, in: Vorname Nachname (Hrsg.), Titel des Sammelbands, Ort Jahr, S. 30–52, hier S. 41. |
| Zeitschriftenaufsatz | Vorname Nachname, Aufsatztitel, in: Name der Zeitschrift, Jahrgang (Jahr), S. 12–30, hier S. 18. |
| Zeitungsartikel | Vorname Nachname, Titel, in: Name der Zeitung, Datum, S. 3. |
| Internetquelle | Vorname Nachname, Titel, URL (abgerufen am TT.MM.JJJJ). |
| Dissertation | Vorname Nachname, Titel, Diss. Universität Ort Jahr, S. 88. |
| Werk mit zwei Autor:innen | Vorname Nachname / Vorname Nachname, Titel, Ort Jahr, S. 12. |
| Ab drei Autor:innen | Vorname Nachname u. a., Titel, Ort Jahr, S. 12. |
Bei Internetquellen ist das Abrufdatum Pflicht. Webseiten ändern sich; das Datum belegt, was zum Zeitpunkt deiner Arbeit dort stand. Ein Screenshot im Anhang schadet bei wichtigen Online-Quellen ebenfalls nicht.
Fußnoten von Hand zu nummerieren ist unnötig — Word übernimmt das komplett.
Word nummeriert automatisch neu, wenn du später eine Fußnote dazwischenschiebst. Genau deshalb solltest du nie manuell nummerieren.
Üblich und an den meisten Lehrstühlen erwartet:
Ändere das über die Formatvorlage Fußnotentext, nicht Fußnote für Fußnote. Sonst sitzt du am Abgabetag daran, 80 Einträge einzeln anzupassen.
Hier zahlt sich die deutsche Zitierweise aus: Du hast die Vollbelege schon in den Fußnoten stehen und kannst sie fast unverändert übernehmen.
Drei Unterschiede zur Fußnote:
Berger, Anna: Lehren im digitalen Zeitalter. Konzepte für die Hochschule, 2. Aufl., München 2024.
Jede zitierte Quelle gehört ins Verzeichnis — und nur zitierte Quellen. Literatur, die du gelesen, aber nie zitiert hast, hat dort nichts verloren. Umgekehrt ist eine Fußnote ohne Eintrag im Verzeichnis ein formaler Fehler, der Punkte kostet.
| Deutsche Zitierweise | Harvard-Zitierweise | |
|---|---|---|
| Beleg steht | in der Fußnote | im Fließtext |
| Im Text sichtbar | hochgestellte Ziffer | (Berger 2024: 45) |
| Erstnennung | Vollbeleg | Kurzbeleg, immer gleich |
| Platz für Anmerkungen | ja | nein |
| Lesefluss | ungestört | wird unterbrochen |
| Aufwand | höher | geringer |
| Typisch für | Geistes-, Geschichts-, Rechtswissenschaft | Wirtschafts-, Sozial-, Naturwissenschaft |
Welche du nimmst, entscheidet in der Regel dein Fach oder dein Lehrstuhl — nicht dein Geschmack. Und wenn du dich einmal entschieden hast, ziehst du sie durch die ganze Arbeit durch. Ein Stilwechsel auf Seite 20 ist ein sicherer Punktabzug.
Immer mehr Studierende nutzen ChatGPT und ähnliche Tools für den Rechercheeinstieg. Beim Zitieren gilt dann eine zusätzliche Regel: Prüfe jede Quelle im Original, bevor sie in die Fußnote wandert. Erfundene Literaturangaben — Titel, die es nie gab, oder falsche Seitenzahlen zu echten Werken — sind der häufigste Grund, warum KI-Nutzung in Hausarbeiten auffällt. Wie du das vermeidest und welche Prompts beim wissenschaftlichen Arbeiten wirklich helfen, steht in unserem Guide zu ChatGPT im Studium.
Bei der deutschen Zitierweise steht der Quellennachweis in einer Fußnote am Seitenende, im Fließtext bleibt nur eine hochgestellte Ziffer. Sie wird auch Chicago-Stil oder Fußnotenzitierweise genannt und ist vor allem in den Geistes-, Geschichts- und Rechtswissenschaften verbreitet.
Nur wenn dieselbe Quelle unmittelbar in der vorangehenden Fußnote steht. „Ebd." allein bedeutet gleiche Quelle und gleiche Seite, „Ebd., S. 118." gleiche Quelle und andere Seite. Steht dazwischen eine andere Quelle, musst du den Kurzbeleg verwenden.
Bei indirekten Zitaten ja, bei wörtlichen Zitaten nein. „Vgl." zeigt an, dass du den Gedanken sinngemäß in eigenen Worten wiedergegeben hast. Bei einem wörtlichen Zitat in Anführungszeichen entfällt es.
Cursor hinter das Zitat setzen, dann Reiter „Verweise" und „Fußnote einfügen" wählen. Schneller geht es mit Strg + Alt + F unter Windows beziehungsweise Cmd + Alt + F auf dem Mac. Word nummeriert automatisch neu, wenn du später Fußnoten einschiebst.
Nein, nur in die erste. Bei der Erstnennung gibst du den Vollbeleg mit Vorname, Nachname, Titel, Auflage, Ort, Jahr und Seite an. Ab der zweiten Nennung genügt der Kurzbeleg aus Nachname, Kurztitel und Seitenzahl.
Jede zitierte Quelle gehört ins Literaturverzeichnis, und zwar alphabetisch nach Nachname und ohne die konkret zitierte Seitenzahl. Reine Anmerkungsfußnoten ohne Quellenangabe stehen dort nicht. Literatur, die du gelesen, aber nie zitiert hast, gehört ebenfalls nicht hinein.
Das gibt in der Regel dein Fach oder dein Lehrstuhl vor. Die deutsche Zitierweise ist typisch für Geistes-, Geschichts- und Rechtswissenschaften, Harvard für Wirtschafts-, Sozial- und Naturwissenschaften. Entscheidend ist, dass du eine Variante wählst und sie in der ganzen Arbeit konsequent durchhältst.
Die deutsche Zitierweise wirkt beim ersten Mal aufwendig, folgt aber einer einfachen Logik: Vollbeleg beim ersten Mal, Kurzbeleg danach, „ebd." bei unmittelbarer Wiederholung. Wer das plus die Muster für die einzelnen Quellentypen verinnerlicht hat, zitiert den Rest des Studiums fehlerfrei.
Der wichtigste Satz zum Schluss: Im Zweifel gilt das Merkblatt deines Lehrstuhls. Und ein einheitlicher, wenn auch nicht perfekter Stil ist immer besser als ein perfekter, der auf halber Strecke wechselt.
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